Leben teilsaniert – Private Politics

Solidarität

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Egal ob es um Arbeitslosigkeit geht, Armut, Lehrermangel, Krankheit oder sonstiges, etwas sehr wichtiges was es braucht ist Solidarität. In unserer Zeit ist viel vom Gemeinschaftsgefühl, gegenseitiger Unterstützung oder auch Hilfsbereitschaft oder überhaupt der Hoffnung etwas tun o.a. ändern zu können abhanden gekommen. Ich denke die Grundlage einer Gesellschaft ist das Miteinander. Wenn das nicht mehr gegeben ist gibt es auch irgendwann keine Gesellschaft mehr.

Das was es ganz besonders in unserer Zeit braucht ist eine neue Solidarität. Und das nicht nur von Menschen die etwas direkt betrifft, sondern vorallem auch von denjenigen denen es gut geht.
Gerade beim Thema Arbeitslosigkeit gibt es so unglaublich viele Vorurteile und Urteile von denen die es nie wirklich betroffen hat.

Es ist ein großer Unterschied ob man Arbeitslos ist oder Hartz4 Empfänger. Es ist ein Unterschied ob man mal kurz für ein paar Monate arbeitslos ist oder über Jahre oder immer wieder auf ein soziales Netzwerk angewiesen ist. Kurze Zeiten sind zu überbrücken. Aber bei wiederholter Arbeitslosigkeit oder längeren Zeiträumen gibt es immer wieder größere Probleme zu lösen. Das können Dinge ganz praktischer Art sein, z.B. das nach ein paar Jahren dringend mal neue Winterschuhe nötig sind, oder die Brille eine höher Stärke braucht, die Waschmaschine den Geist aufgibt oder der Mietvertrag ausläuft. Oder, was noch schlimmer ist, die lange Zeit im Arbeitslosendschungel macht eine mürbe, ängstlich, verbittert, kaputt, krank und hoffnungslos. Man rutscht immer mehr an den Rand der sogenannten Gesellschaft.

Eine tolle Solidaritätsaktion haben Mitarbeiter eines Arbeitsamtes gestartet:

Beschäftigte von Jobcentern in Frankreich erklären sich mit den Arbeitssuchenden solidarisch, verweigern Zwangsmaßnahmen gegen sie und weigern sich „soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung“.

Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE
(Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit in Frankreich)

„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, gezwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.

Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.

Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mit zu beachten.

Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichung.

Wir verweigern uns auch, der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung, anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können.

Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.

Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte.“

Die Beschäftigten der ANPE aus Tarn sind gewerkschaftlich organisiert bei SUD

Quelle: http://www.die-keas.org/node/465 

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Autor: madameflamusse

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